NavBar fertig

simeas und daves homestory pt. 1

Jetzt wohne ich hier in diesem Haus schon über ein Jahr, kenne es fast zwei Jahre - ich kann immer noch nicht glauben, wie SCHNELL die Zeit verging....
Und soviel ist passiert in der Zeit, das muss ich jetzt einfach noch mal ausführlich festhalten und ich dachte, da ja jetzt unser Renovationsbuch raus gekommen ist und sich vielleicht viele über mehr Infos zum Messiehaus freuen, schreibe ich das alles für euch auf dem Blog zusammen.

Ich werde auch ganz ehrlich sein, versuchen, nichts zu beschönigen oder so... Und ich VERSUCHE, mich kurz zu halten... Aber es ist eine LANGE Geschichte.

Wir als Familie haben schon seit Jahren immer mal wieder nach Häusern geschaut, die zum Kauf stehen. Bei uns unten in der Gegend ist Wohnen zur Miete oft definitiv teurer, wie etwas eigenes zu besitzen, plus... es gibt nicht viel Auswahl. Durch die Nähe zur Schweizer Grenze und viele Grenzgänger, die alle Preise zahlen können, ist der Wohnungsmarkt in Lörrach und Umgebung wirklich unmöglich. Es waren kaum wirklich interessante Objekte dabei, oft hatten sie mehrere Nachteile zu unserem damaligen Mietshaus, das viele Vorteile (wie gute Lage, toller Garten, alleinstehendes Haus, guter Preis) mit sich brachte und man will ja nicht etwas Schlechtes kaufen, gell... Als wir aber immer wieder und deutlicher die Signale unserer Vermieter lasen, dass sie selber "bald" dort gern einziehen und komplett sanieren würden und es immer teurer wurde, die Nebenkosten in dem alten, völlig nicht isolierten Haus mit doofer Ölheizung aufzubringen (und wir trotzdem quasi immer im Winter froren!), wurden unsere Bemühungen intensiver. Nachdem wir schon mehrere Häuser angesehen hatten, ich im Immobilienscout verschiedene automatische Suchen laufen hatte, flatterte eines Tages die Anzeige der Sparkasse herein mit unserem jetzigen Haus.
Es war superhässlich GRÜN,
es gab nur Fotos von AUSSEN, es hieß irgendwie in der Anzeige, dass man es innen nicht anschauen könnte... aber... aber... die Suche auf Googlemaps, wo denn das Häusle liegen sollte... zeigte eine einzigartige Sicht, unverbaut, auf eine grüne Obstwiese.

Dazu muss ich noch mal etwas ausholen... Alle Häuser, die wir bisher angesehen hatten, waren entweder Reihenhäuser oder eng umbaute Häuser mit quasi keiner Privatspäre, selten Garten und meistens dann doch soweit weg von Lörrach gelegen, wo mein Mann als Pastor arbeitet und wir oft oft oft Leute bei uns daheim zu Gesprächen und Sitzungen haen... und da war die Lage und das Grundstück hintenraus ein dermaßen großes Plus, dass man die anderen Punkte mal hintenanstellen konnte. Ich kontaktierte die Immobilien-Abteilung der Sparkasse, die das Objekt verkaufte, sofort und wurde vertröstet. Der Besitzer könnte im Moment das Objekt nicht zeigen und so. Trotzdem fuhr ich mittags hin und streunte über das Gelände, versuchte, in die Fenster zu schauen (was nicht gelang) und träumte schon ein bissl von den Möglichkeiten, die das Haus bieten würde. Als ich in den nächsten Tagen nichts von der Sparkasse hörte, meldete ich mich noch mal und es hieß, dass schon jemand zugesagt hatte. Da das dauernd vorkam - und hier Objekte wirklich teilweise nach 24-Stunden weg waren, hat mich das nicht gewundert. Gemerkt habe ich mir das Objekt trotzdem. Es war schon eine coole Angelegenheit für den Preis.
Vier oder fünf Monate später waren wir noch auf der Immobilienmesse in Lörrach, völlig frustriert, weil ein erneuter kalter Winter auf uns wartete und alle Objekte dort schon tausend Mal im  Internet angesehen waren... bis uns auf dem Stand der Sparkasse das Haus auffiel, welches ich dank seiner grässlichen grünen Farbe sofort wiedererkannte. Wir kamen ins Gespräch mit dem Mitarbeiter der Sparkasse und tatsächlich hatten sie es nur auf die Börse mitgenommen, nicht im Internet, da wohl schon 70 Leute beim ersten Inserat angerufen hätten... und er wollte uns einen Besichtigungstermin geben. Uns, und wie wir später herausfanden, vielleicht allerhöchstens noch zwei oder drei weiteren Interessenten von dieser Börse. Denn sonst mit 70 Mitbewerbern hätten wir wohl kaum eine Chance gehabt (unsere Finanzierung war nämlich nicht schon im Vornhinein berechnet, wie anscheinend bei vielen anderen).
Dann kam der Tag der Besichtigung. Wir waren vorgewarnt, dass der Besitzer "messie-ähnlich" leben würde und waren auf viel eingestellt, vielleicht nicht ganz auf das, was uns dann erwartete. Denn es war schon schlimm verwahrlost. Dreckig. Ungepflegt. Roch nicht besonders gut... Aber da will ich gar nicht so groß drauf eingehen.
Denn wir sahen trotz all der Arbeit und dem Schmutz vor allem eines: ein unglaubliches Potential. Das Haus war RIESIG. Hell. Hatte eine gute Grundstrutur. Einen riesen Dachbalkon (mit einem Baum, der darauf wuchs *grins*) und eben die Sicht... Die Lage... wir gingen heim und wussten sofort, dass das Projekt alleine nicht machbar war. Im Scherz fragten wir Freunde, ob sie Bock hätten, so ein Projekt mit uns zu machen und die sagten recht spontan grundsätzlich zu. Wir begannen zu überlegen, zu rechnen, es folgten Zeiten langen Bangens, Planens, Wartens. Und natürlich mussten beide Parteien erstmal einig werden, wie das Gebäude zu teilen wäre und... ob eine Finanzierung hinhauen wurde.
Über die vielen Zweifel und Ängste und Rückschläge kann ich nicht schreiben, weil es waren einfach zu viele. Ich glaube jeder, der mal in so einem Prozess war, solch eine alte Schüssel zu kaufen, weiß, wovon ich spreche... Handwerker, die keine Kostenvoranschläge machen wollen oder gar nicht zurückrufen, weil sie keine Aufträge brauchen. Leute, die einem alle Horrorgeschichten erzählen, die alle Menschen in ihrem Umfeld erlebt haben. Banker, die einen schon allein aus dem Grund vor die Tür setzen, weil man "so dumm ist, ein altes Haus renovieren zu wollen" und die Bank nur Neubaten  finanziert (trauriges Deutschland). Hindernisse ohne Ende.
Dazu kam, dass leider, trotz mehrmaliger Anmahung der alte Besitzer immer noch in dem Haus wohnte hauste. Und das verzögerte die ganze Sache noch mal.
September hatten wir angeschaut. Oktober zugesagt (pro Forma).
Die Unterzeichnung war Anfang des nächsten Jahres.
Am 30. April zog der gute Herr aus. Ohne seine Sachen mitzunehmen. Am 1. Mai begannen wir mit einer Riesenaktion. Erstmal ausräumen. Und zwar komplett.
Decken weg, Wände raus, Tapeten runter, Teppiche weg, seinen ganzen Kram entsorgen. Rückbauen.

DAS WAR SO VIEL!!!!
Und ohne unseren unglaublichen Helferstrom hätten wir das nie geschafft.

Soviel mal zu unserem "Vorher":D
Die Woche dann mal mehr zum "Während" der Renovation!

Kommentare:

  1. bin gespannt auf die Fortsetzung und das happy end!!
    Viele Grüsse
    Moni

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. hihi:D - das gibts, keine Sorge, Moni!

      Löschen
  2. Äh, der ist einfach weggefahren und hat sein Zeug da gelassen? Geht sowas?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ja, das geht:D War so vereinbart. Wir waren irgendwann einfach froh, dass er ging. Ich habe bis zum letzten Tag nicht dran geglaubt...

      Löschen